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Ist das Pflegegeld für Angehörige steuerpflichtig?

 

Wann muss das Pflegegeld versteuert werden?

Alle Personen, die im vorhergehenden Absatz nicht aufgeführt sind, müssen die Einkünfte aus dem Pflegegeld in der Einkommenssteuererklärung angeben. Darunter fallen:

Personen, die nicht mit dem zu Pflegenden verwandt sind bzw. keine sittliche Verpflichtung vorliegt. Sie müssen das Pflegegeld bei der Steuererklärung angeben und auch Steuern dafür bezahlen.
Personen, die die Pflege erwerbsmäßig betreiben. Wurde ein Arbeitsvertrag zwischen der zu pflegenden Person und der Pflegeperson geschlossen, ist die Pflegeperson verpflichtet, ihr Einkommen zu versteuern. Dies können sowohl fremde Personen wie z.B. Pflegefachkräfte sein. Aber auch Angehörige, wenn sie mehr als das Pflegegeld für die Pflege erhalten.

 

Wann das Pflegegeld für Angehörige nicht steuerpflichtig ist.

Nicht für jeden ist das Pflegegeld steuerfrei. Der nachfolgende Personenkreis muss jedoch das Pflegegeld NICHT versteuern, da er unter das Steuerprivileg fällt:

Das Pflegegeld ist eine Sozialleistung. Deshalb ist das Pflegegeld für den Pflegebedürftigen selbst steuerfrei.
Wird das Pflegegeld an pflegende Angehörige weitergeleitet, müssen diese ebenfalls keine Steuern bezahlen, sofern sie sonst keine Vergütung für die Pflege erhalten. Wer zu den Angehörigen zählt, lesen Sie bitte weiter unten nach.
Menschen die sich sittlich/moralisch verpflichtet fühlen die Pflege zu übernehmen, jedoch nicht mit dem Pflegebedürftigen verwandt sind, können das Pflegegeld ebenfalls als steuerfreies Einkommen erhalten. Eine sittliche/moralische Verpflichtung liegt vor, wenn es sich um eine sehr enge Beziehung zwischen dem Pflegebedürftigen und der Pflegeperson handelt. Da dies nun eine persönliche Auslegungssache ist, ist es ratsam, sich vom Finanzamt die sittliche Verpflichtung bestätigen zu lassen.
Der Bezug von Pflegegeld für diese Personengruppe muss nicht bei der Minijobzentrale gemeldet werden.

 

Was ist der Pflegegrad?

Der Pflegegrad bestimmt welche Selbständigkeiten und Fähigkeiten ein Mensch noch im alltäglichen Leben hat. Es gibt fünf Pflegegrade, die anhand eines Punktesystems ermittelt werden. Dass ganze wird in 6 großen Modulen gemessen, die insgesamt auf 8 kleinere aufgeteilt werden können. Ein Modul wäre beispielsweise die Mobilität, welche 10% der Endwertung ausmacht. Auch der kognitive/psychische Zustand ist in einem eigenen Modul vorzufinden und macht 15% aus. Den größten Anteil hat das Modul der Selbstversorgung. Diese bezieht sich beispielsweise auf das Zuführen der Nahrung oder die Aufrechterhaltung der Körperpflege. Hierbei beträgt der Anteil 40%. Ebenfalls ein Teil sind die Krankheitsbedingte Veränderungen. Diese beziehen sich beispielsweise auf den Pinzettengriff, welcher nötig ist um Medikation selbstständig einzunehmen oder ob man mit den Augen erkennen kann, welche Tablette einzunehmen ist. Jedoch auch Alltagskompetenz spielt in Bezug auf die Krankheit eine Rolle. Anhand dieser Module gibt es einen Punktwert von maximal 100 Punkten und anhand dieses Punktwertes wird ein Pflegegrad ermittelt.